GERARDO MAZZELLA

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Man muss aber nicht unbedingt tauchen, aber ohne einen Ausflug mit dem Boot hat man die Insel nicht erlebt", erläutert Maurizio Musella vom Tourismusbüro, der hier jede Ecke zu Land und zu Wasser kennt. Vom Hafen aus starten täglich mehrere Rundfahrten. Einen guten halben Tag dauert die Fahrt, vorbei an immer beeindruckend schönen Buchten und Klippen, denen der Volksmund kuriose Namen gegeben hat, wie Höllenbucht, Polypenspalter oder Stumme Hose – zu jedem dieser Namen gibt es natürlich passende Anekdoten, die von den Bootsführern gerne erzählt werden. Highlight jeden Ausflugs ist die Höhle des Pontius Pilatus, dem die Insel ihren Namen verdankt. So will es jedenfalls die Legende. Mittags serviert der Capitano köstliche Snacks mit Fisch und Salat, und man möchte vom Schicksal wissen, warum man diesen Ort überhaupt jemals wieder verlassen muss.


Die Natur auf Ponza ist typisch mediterran und ihr Schutz den Ponzesen heilig. Das sieht man, die Insel macht einen gesunden Eindruck. "Das liegt nicht zuletzt daran", erklärt Maurizio Musella, "dass wir den Autoverkehr so weit wie möglich beschränken. Vor ein paar Monaten wurden per Dekret bestimmte Straßen und Tunnel in abwechselnde Einbahnstraßen umgewandelt oder für Autos komplett gesperrt. Und ab kommendem Jahr werden Fahrzeuge vom Typ Euro 0-1-2 ausnahmelos verboten sein – einschließlich Taxis und Lieferwagen. Zudem haben wir die Geschwindigkeitsgrenzen heruntergeschraubt: Ponza ist schließlich nicht Indianapolis!"




Auf Ponza findet sich immer ein ruhiger Ort. © Sigrid Mölck-Del Giudice

Man braucht auf Ponza auch nicht unbedingt ein Auto. Viele der Strände erreicht man gut zu Fuß. Seit die traumhafte Badebucht Chiaia di Luna vor ein paar Jahren wegen Steinschlags aus Sicherheitsgründen gesperrt werden musste, ist Cala Frontone Ponzas schönster Strand. Ein steiler Weg führt über die Panoramastraße hinunter. Etwas oberhalb hat Gerardo Mazzella neben seinem Restaurant, das Insider wegen der berühmten Linsen- und Platterbsensuppe aufsuchen, ein kleines Ethnologisches Museum mit Utensilien seines Großvaters und anderer Ponzeser eingerichtet. Eine Portion Linsensuppe und eine Portion Nostalgie – beides sollte man sich nicht entgehen lassen. Romantiker zieht es auch nach Cala Feola, die stimmungsvollste Bucht der Insel, die im Laufe der Jahrtausende vom Meer wie eine Wanne in den Tuffstein hineingewaschen wurde. Ebenfalls nicht verpassen sollte man den Strand von Lucia Rosa mit seinen imposanten Faraglioni-Felsen, hier kann man wunderbare Sonnenuntergänge erleben.


Den schönsten Blick über die Insel und das Meer aber bietet der mit 283 Metern höchste Berg der Insel: Monte La Guardia. Bei klarem Wetter kann man in der Ferne die Silhouette von Ventotene und Santo Stefano erkennen, die mit Palmarola und Zannone Teil des Pontinischen Archipels sind. Ein grandioses Naturschauspiel, das der ligurische Lyriker Eugenio Montale so beschrieb: "Zwischen Bougainville und Explosionen von Ginster verliere ich mich in der Schönheit dieser Sonnenuntergänge und finde auf der Erde mein Paradies." Wahre Worte. "Wir geben uns alle Mühe", sagt Herr Musella und lächelt wissend, "dass das auch lange noch so bleibt!"

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